Der Weg zur digitalen Nomadin -Teil 3-

Ich habe meinem Chef gebeichtet, dass ich in 2 Jahren ins Ausland gehen möchte. War das wirklich clever es ihm zu sagen? Und wie hat er reagiert?

Am Dienstag habe ich meinen Chef direkt gefragt, ob er später einmal Zeit für mich hätte. Er nickte mir zu und sagte, dass ich in einer Stunde in sein Büro kommen soll.
Ab dem Moment war ich nur noch total aufgeregt. Ich stellte mir Fragen, wie: Sollte ich es ihm wirklich sagen? Was wird er von mir denken? Werde ich meine Arbeitssituation damit verschlechtern? Vielleicht sollte ich es doch noch 1 Jahr für mich behalten?

Das konnte ich aber nicht. Ich musste es ihm sagen. Seit fast 10 Jahren arbeite ich schon in diesem Unternehmen und es ist wie eine zweite Familie für mich geworden. Ich will keine Geheimnisse haben müssen, schließlich zerfrisst das einen.

Mein Puls pochte immer schneller. Ich war unglaublich nervös. Und dann war der Zeitpunkt endlich da. Ich bin in sein Büro gegangen und habe ihm gesagt, dass ich mir einen großen Traum erfüllen möchte und in 2 Jahren für 6-9 Monate ins Ausland gehen möchte und danach wieder an meinen Arbeitsplatz zurückkehren möchte. Noch schöner würde ich das natürlich finden, wenn ich für die Zeit auf eine Teilzeitstelle umstellen könnte und vom Ausland aus Homeoffice machen könnte.
Er hat erst etwas schockiert geguckt und hat gefragt, wie das denn überhaupt möglich sein kann. Ich habe ihm erklärt, dass 95% meiner Tätigkeiten in meinem Job online zu erledigen sind, dass es überall auf der Welt Coworking Spaces gibt, in die man sich einmieten kann.
Er hat mich gefragt, wie ich mir das vorstelle, wie das mit Zeitverschiebung ist und wo ich überhaupt hin möchte.
Nach Thailand möchte ich und die Zeitverschiebung ist da überhaupt nicht schlimm. Wenn es dort mittags ist, dann ist es in Deutschland morgens früh. So würde ich also um 12Uhr in Thailand anfangen und gegen 17Uhr wieder Feierabend machen. Ich kann ganz normal auf all unsere Daten zugreifen, E-Mails schreiben und Telefonate führen. Für Meetings kann ich einfach über eine Web-Conference dazu stoßen. Das einzige, das in Deutschland von meinen Kollegen übernommen werden müsste, das ist der Versand von Hardware und SIM Karten. Aber dafür kann ich denen ja viel mehr von den anderen Dingen abnehmen.

Er stellte interessiert noch ein paar Fragen und notierte sich den Begriff Coworking Space, um das mal zu googeln, da er noch nie davon gehört hatte. Dann hat er mich gefragt, was das denn monatlich kostet, sich in so einen Coworking Space einzumieten. Als er die Preise hörte, fragte er nur lachend, warum wir nicht alle in Thailand arbeiten (scherzhaft).

Ich wollte gar keine Entscheidung von meinem Chef hören. Ich wollte es ihm nur mitteilen, damit er sich schon mal mit dem Gedanken anfreunden kann, um später eine Entscheidung treffen zu können.

Total euphorisch bin ich aus dem Termin raus gegangen. Es tat total gut, mit ihm darüber gesprochen zu haben. Ich hoffe, dass es hier einen Weg und eine Lösung geben wird, mit der wir alle zufrieden sein werden.

Arbeitet ihr auch im Homeoffice und seid dabei vielleicht am Reisen? Wie sind eure Erfahrungen damit? Und wie hat euer Chef reagiert?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: